Donnerstag, 2. Oktober 2014

away on travel | Graz

Am verlängerten Wochenende nutzte ich den Samstag für einen Ausflug mit der Familie. Zusammen mit Mama und Opa ging es für einen Tag nach Graz, die Landeshauptstadt der Steiermark und mit rund 270.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Österreichs.

Die Anreise verlief bereits nicht besonders optimal, denn die Abfahrt unseres Zuges verzögerte sich wegen technischen Problemen. Zuerst wurden wir über 10 Minuten informiert, dann kamen die nächsten Durchsachen. Zuerst 20 Minuten, dann 25, dann 40 und schließlich 50 Minuten. Währenddessen mussten wir am zugigen Bahnsteig warten. Bei einer Planabfahrt kurz nach 7 und Wind war das eine lustige Sache… Mit 50 Minuten Verspätung wurde der Zug dann doch zum Einsteigen bereit gestellt und die Fahrt wurde nur noch einmal für kurze Zeit unterbrochen. Schließlich kamen wir 55 Minuten später an als geplant.

Mein erster Weg war die Suche nach einer Drogerie, denn meine Strumpfsocken hatten ein Loch. Normalerweise habe ich Ersatz dabei, doch gerade dann, wenn man einen braucht, hat man natürlich keinen. Es gibt aber direkt am Bahnhof eine Bipa-Filiale. Nachdem ich „versorgt“ war suchten wir noch das Informationsbüro auf, weil wir die Straßenbahn nicht finden konnten. Sowohl meine Mama, als auch mein Opa waren bereits mehrmals in Graz, doch ihr letzter Besuch ist schon länger her und nun sieht alles „ganz anders“ aus.

Die Straßenbahnen haben beim Hauptbahnhof nun eine unterirdische Station, wurde uns von der freundlichen Mitarbeiterin des Infopoints (zu finden bei einem der zwei Ausgänge, dort wo sich nicht der Spar befindet. Wenn man vor dem Gebäude steht ist es der linke Eingang. Befindet man sich bereits im Gebäude, ist es der rechte Ausgang.) mitgeteilt. Dort erhält man auch Informationsmaterial und kostenlose Stadtpläne etc.


Direkt am Bahnhofsvorplatz gibt es Rolltreppen, die zu den unterirdischen Straßenbahnhaltestellen führen. Dort gibt es auch Fahrscheinautomaten. Ein 24h-Ticket ist hervorragend für einen Tagesausflug geeignet, da man damit in ganz Graz unbeschränkt oft unterwegs sein kann. Hält man sich nur in einer kleinen Zone in der Innenstadt auf, kann man die Straßenbahn dort auch kostenlos benutzen. Allerdings liegt der Hauptbahnhof nicht in der Zone der „Altstadt-Bim“.

Ich hatte keine Lust alle Sehenswürdigkeiten der Stadt abzuklappern und beschränkte mich auf das (wirklich sehr schöne) Rathaus, den Schloßberg mit Uhrturm, die Oper, das Kunsthaus und die Murinsel.

Mit den Straßenbahnen 1,3,6 und 7 kann man vom Hauptbahnhof zum Hauptplatz fahren. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um die Innenstadt zu erkunden. Außerdem befindet sich dort auch das Rathaus. Ich empfehle unter anderem auch die kleinen verwinkelten Gassen der Umgebung zu erkunden. Das Franziskanerviertel zwischen Hauptplatz und Mur hat mir sehr gut gefallen. Am Franziskanerplatz 11 befindet sich der Laden „Küchenfee“, der viele Backformen, Kochtöpfe, Keksausstecher etc. anbietet. Leider war am Samstag geschlossen und ich konnte nur das Schaufenster betrachten.
Außerdem gibt es nette Lokale und eine Bäckerei im Viertel. Es duftete herrlich und es gibt viele Gelegenheiten draußen zu sitzen!





Wir machten uns danach auf den Weg zum Schloßberg. Entweder man nimmt die Straßenbahn 4 oder 5, oder man geht zu Fuß. Es gibt drei Möglichkeiten auf den Schloßberg zu kommen.
1.       Zu Fuß über unglaublich viele Treppenstufen
2.       Mit einem Lift
3.       Mit der Schloßbergbahn
Wenn man nur ein Foto vorm Uhrturm machen möchte, empfehle ich den Lift. Der Lift befindet sich fast direkt vorm Uhrturm und dann ist das ganze schnell erledigt.
Möchte man etwas mehr vom Schloßberg sehen und die gute Luft genießen, vielleicht noch etwas spazieren gehen, dann empfehle ich eine Kombination aus Schloßbergbahn und Schloßberglift. (es gibt auch ein entsprechendes Kombi-Ticket)



Sinnvoll ist es, mit der Schloßbergbahn rauf zu fahren und dabei gleich die schöne Aussicht zu genießen. Die Fahrt dauert nicht sehr lange, aber die Bahn ist rundherum verglast, so dass man einen guten Überblick hat.


Man kommt beim Glockenturm an und gegenüber ist ein „Restaurant“, wo wir dann Mittagessen wollten. Leider war die Qualität des Essens sehr schlecht. Ich kann es absolut nicht weiterempfehlen.
Vom Glockenturm aus nahmen wir den Weg Richtung Uhrturm. Geht man zügig und hält sich nicht mit anderen Dingen auf (es gibt einige schöne Aussichtspunkte und nette Plätzchen zum Verweilen) schafft man die Strecke in 10-15 Minuten.



Der Uhrturm ist kleiner als ich dachte. :) Man kann um den Uhrturm herum gehen und hat von dort eine sehr gute Aussicht über die Stadt Graz. Außerdem spielte bei unserem Besuch ein Musikant beim Uhrturm, das hat mir sehr gut gefallen.

Danach kann man den Lift hinunter nehmen.
Danach geht man den Schloßbergplatz vor bis zur Sackgasse. Dann nimmt man entweder von dort die Straßenbahn oder geht zu Fuß zurück zum Hauptplatz. Zu Fuß kommt man auch beim Stadtmuseum Graz vorbei (Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 kostenlos). Dort gibt es meiner Meinung nach zumindest vom Thema her interessante Ausstellungen. Leider konnte ich meine Begleitung nicht für einen Besuch begeistern.
Ebenfalls in der Sackgasse befindet sich das Kaufhaus Kastner & Öhler, das Bärenland (Fruchtgummigeschäft) und die Konditorei König. Dort haben wir am Nachmittag Kaffee (bzw. Apfelsaft) und Kuchen zu uns genommen. Der Kaffee schmeckte laut Mama und Opa sehr gut (und war im Gegensatz zu Wien, noch dazu in der Innenstadt, günstig) und der Apfelsaft war ebenfalls in Ordnung. Opa hatte eine schokoladige Torte, die ihm sehr gut schmeckte.


Mama und ich hatten jeweils die Topfentorte. (nicht im Stil eines Cheesecake, sondern wie eine Käse-Sahne-Torte.) Diese konnte mich leider nur teilweise überzeugen. Die Füllung war geschmacklich sehr gut, allerdings muss sehr viel Gelatine benutzt worden sein. Die Biskuitschichten (unten und oben) war eindeutig zu trocken, ansonsten aber in Ordnung. Positiv ist die Möglichkeit im Freien zu sitzen. Wenn man durch das ganze Lokal (nicht besonders groß und schmal) geht, kommt man in einen lauschigen Hof.
Für Eisliebhaber empfehle ich die Grazer Filiale des Eis-Greissler (Sporgasse 10).

Die Oper ist von außen sehr nett anzusehen, dafür hat mir das Kunsthaus überhaupt nicht gefallen. Dieses wuchtige moderne Gebäude erinnert mich an einen Wal und passt meiner Meinung nach nicht in die schöne Umgebung. Die Murinsel fand ich dagegen ganz nett. Ich könnte mir vorstellen, dass man im Restaurant/Café bei Sonnenschein gut speisen kann.

Nach Graz gibt es gute Zugverbindungen. Stündlich fährt ein Railjet die Strecke Wien – Graz in 2 ½ Stunden.

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